Prävention

Unter Prävention versteht man Krankheiten vorbeugende Maßnahmen. Das können unter anderem sein Rückenschule, Kinderrückenschule, Adipositasgymnastik, Arthrose Sportgruppen, Tanztherapie, Ernährungslehre und vieles mehr.

Über die für Sie zutreffenden Möglichkeiten und Angebote erkundigen Sie Sich bitte bei Ihrer Krankenkasse. In der Regel werden dort bis zu 80% der Präventionskosten übernommen.

Rückenschule

Die präventive Rückenschule beinhaltet eine Auswahl von Kompetenzen und Erfahrungen die den Rückenschule Teilnehmer bei der erfolgreichen Bewältigung seiner Lebenssituation unterstützen. Ziel ist es in 10 Unterrichtseinheiten die physischen und Psychesozialen Gesundheitressourcen zu stärken bzw. zu verbessern.

Weitere Ziele sind es die Teilnehmer für langfristige gesundheitsorientierte Aktivitäten zu sensibilisieren und sie aktiv erleben lassen, wie Haltungs- und Bewegungsförderliche Verhältnisse in Freizeit, Alltag und Beruf einzubinden sind und wirken.

Text: Enrico Berg

Ziele und Inhalte der Rehabilitativen Rückenschule

Allgemeines Ziel der Rehabilitativen Rückenschule ist die Vermittlung von Handlungskompetenzen der Patienten im Hinblick auf ein rückengerechtes Verhalten. Mit Hilfe der Rückenschule wird, ggf. ergänzend zur krankengymnastischen Therapie, ein Langzeiteffekt angestrebt, um im Sinne der Sekundär-/Tertiärprävention möglichen Rezidiven und Folgeerkrankungen sowie einer Chronifizierung vorzubeugen:

  • Intervention bei Haltungsschwächen und -schäden
  • Vermeidung einer Chronifizierung von Rückenleiden
  • Vermeidung von rezidivierenden Wirbelsäulenbeschwerden
  • Verhinderung degernerativer Wirbelsäulenerkrankungen
  • Rezidivprophylaxe nach Erkrankung, wie bspw. Bandscheibenprotrusio/- prolaps und Bandscheiben-OP
  • Vermeidung von Folgeerkrankungen/-schäden
  • Verringerung eines evtl. Medikamentenverbrauchs
  • Senkung von durch Dorsopathien verursachten AU-Tagen

Hierzu ist es notwendig, die ursächlichen Faktoren in der Symptomatik und Pathogenese von Beschwerden und Erkrankungen des Rückens zu berücksichtigen. Das Verhalten, aber auch die Verhältnisse im Lebensumfeld (z. B. Beruf) des Patienten spielen in dem komplexen, mehrdimensionalen Erkrankungsprozess eine wichtige Rolle. Die reine Informationsvermittlung über rückenfreundliches Verhalten sowie eine eher symptomorientierte funktionelle Behandlung, wie bspw. im Rahmen der krankengymnastischen Therapie, ist notwendig, reichen i.d.R. aber nicht aus, um die Voraussetzungen für eine dauerhafte Verhaltensänderung zu schaffen.

Im Rahmen der Rückenschule wird daher mit verhaltensmodifizierenden Methoden auf eine systematische Veränderung von Verhaltensweisen hingewirkt, die ursächlich zu Beschwerden und Erkrankungen des Rückens beitragen können. Den Teilnehmern/innen sollen durch Reflexion des eigenen Bewegungs- und Verhaltensmusters, Verhaltenstraining, Vermittlung von Schmerzbewältigungsstrategien, weiterführende themenbezogene Information und gezielte Bewegungsprogramme praktische Fähigkeiten vermittelt werden, mit ihrer Gesundheit selbstverantwortlich und kompetent umzugehen. Unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" sollen die Patienten mit Hilfe induktiver Lehrmethoden unter Nutzung gruppendynamischer Prozesse in die Lage versetzt werden, von der Fremdkontrolle durch den Therapeuten zu einer Selbstkontrolle zu gelangen.

Zusammenfassend: In der Therapie(-straße) von Rückenbeschwerden stellen Rückenschule und Krankengymnastik getrennte, aber sich ergänzende Maßnahmen dar. Im Rahmen der krankengymnastischen Therapie kommen eher symptomorientierte funktionelle Maßnahmen zum Einsatz (Patienteninformation, schmerzlindernde Maßnahmen, lokale Behandlung der Strukturen des arthromuskulären Systems, Stabilisation und Funktionstraining). Hiermit können z.B. in indizierten Fällen auch Voraussetzungen zur Teilnahme an einer Rückenschule geschaffen werden, in der darüber hinaus die kausalen Entstehungszusammenhänge von Rückenbeschwerden berücksichtigt werden (s.o.). Die Rückenschule kann ergänzend im Anschluss oder begleitend zur ärztlichen, physikalischen und/oder krankengymnastischen Therapie je nach individuellem medizinischen Bedarf des Patienten durchgeführt werden.

Folgende Inhalte sollen vermittelt werden:

  • Information über
    • Anatomie und Funktion der Wirbelsäule sowie wirbelsäulenbelastende Bewegungsabläufe
    • Ursachen und Entstehung von Wirbelsäulenerkrankungen
    • Verhaltensänderungen als Möglichkeit zur Vermeidung von Wirbelsäulenerkrankungen bzw. Rezidiven
    • die vorhandene Erkrankung
  • Förderung der Körperwahrnehmung zur Selbstbeobachtung der Spannungsverhältnisse der Muskulatur sowie der eigenen Haltung und Bewegung
  • Erlernen der aufrechten Körperhaltung im Sitz und Stand
  • Erlernen von rückenschonendem Bewegungsverhalten beim Bücken, Heben, Tragen
  • Transfer rückenschonenden Verhaltens in Alltag, Beruf und Freizeitaktivitäten
  • Grundlagen eines rückengerechten Muskeltrainings zur dauerhaften Durchführung eines Heimprogrammes. z. B. zum Ausgleich von Muskeldysbalancen
  • Erlernen von Methoden zur Schmerzbewältigung
  • Motivation zur Eigenverantwortung und Selbstinitiative

Voraussetzungen

Die Rehabilitative Rückenschule als ergänzende Leistung zur Rehabilitation kann je nach Art, Schwere und Dauer einer Erkrankung angezeigt sein, wenn die Krankenkasse Krankenbehandlung leistet bzw. zuletzt geleistet hat. Die Vorlage einer ärztlichen Notwendigkeitsbescheinigung ist erforderlich (vgl. Anlage/Verordnungsmuster).

Die "Rehabilitative Rückenschule" wendet sich an Patienten mit (chronischen) Beschwerdebildern des Rückens als Ergänzung bzw. im Anschluss an therapeutische Maßnahmen, wenn eine ausreichende Stabilisation erfolgt ist.

Indikationen:

  • Rezidivierende schmerzhafte Muskelverspannungen/muskuläre Dysbalancen ohne degenerative Wirbelsäulenveränderungen
  • chronisch rezidivierende Beschwerden, z. B durch Lumbago und Ischialgie, ohne neurologische Ausfallerscheinungen
  • degenerative Wirbelsäulenerkrankungen ohne akute radikuläre Symptomatik
  • im Anschluss an postoperative Phase bei Prolaps, frühestens aber nach 8 bis 10 Wochen, ohne neurologische Ausfallerscheinungen

Kontraindikationen:

  • Absolute Kontraindikationen
    • akute therapiebedürftige Schmerzen, wie z.B. Lumbago, Ischialgie
    • Bandscheibenprotrusio bzw. -prolaps mit neurologischen Ausfallerscheinungen
    • unmittelbar vorangegangener Wirbelsäuleneingriff
    • Wirbelsäulentumore
    • Wirbelsäuleninfektionen (Osteomyelitis, WS-Tuberkulose)
    • kardiopulmonale Erkrankungen (z.B. Zustand nach Herzinfarkt, Hypertoniein Ruhe 180/120 mmHg)
  • Relative Kontraindikationen
    • schwere Coxarthrosen oder Gonarthrosen
    • komplexe Krankheitsbilder (Mehrfacherkrankungen)
    • schwere diagnostizierte psychosomatische Symptome
    • entzündliche rheumatische Erkrankungen (z.B. Morbus Bechterew)

Rückenschule für Kinder

Kinder wollen sich bewegen, den Kinder entdecken über Bewegung ihre Welt!

In der Kinderrückenschule lernen die Kinder auf spielerische Art ein Wirbelsäulenschonendes Alltagsverhalten und beugen so späteren Erkrankungen vor.

Es werden Koordination, Gleichgewicht, Wahrnehmung und die Fähigkeit zu Reagieren geschult, für eine bessere geistige und körperliche Entwicklung.

Text: Enrico Berg

Nordic Walking

Als Nordic walking bezeichnet man die derzeit in Mode gekommene Ausdauersportart, bei der zügiges Gehen durch den Einsatz von Skistockähnlichen Stöcken unterstützt wird. Es ist eine Sportart, die gerade für Älter, Rückenleidende, Übergewichtige und Menschen mit Gelenkschäden äußerst interessant ist. Der Vorteil von Nordik walkig im Verhältnis zum normalen Spazieren gehen, Walking ohne Stöcke oder Joggen ist die höhere Intensität der Belastung durch gleichzeitigen Einsatz der Arme unter Entlastung der Beine und des Rückens.

Auch bei fortgeschrittenen Erkrankungen des Skelettsystems, nach langer Krankheit und erschwerter Beweglichkeit stellt das Nordik walking eine passable Alternative dar. Der Kreislauf wird schonend angeregt, die Gelenke am ganzen Körper bewegt und so über die Dauer der Langzeitbelastung, die problemlos möglich ist eine erhöhte Menge Fett verbrannt. Auch für Menschen mit großteils sitzender Tätigkeit ist es von Vorteil, nach getaner Arbeit nicht vom Schreibtisch aufzuspringen und los zu rennen, sondern es mit Nordik walking Stöcken in der Natur Herz und Seele gut gehen zu lassen.

Text: Enrico Berg und H. Adler

Fitness-Sportgruppen

Die Beschreibung dieses Angebotes folgt.

Addipositasgymnastik

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